Momentaufnahmen I 2026
Multimediale „Fundstücke“ geben weitere Einblicke in die Komplexität und Vielschichtigkeit der Geschehnisse von Monaten eines weiteren Jahres. Es sind kleine Puzzlestücke, die dazu beitragen, das Gesamtbild im Kontext von Vergangenheit und Gegenwart zunehmend mehr zu vervollständigen.
70 Jahre Block B (1956–2026) – Einweihung im Februar 1956
Der Zeitzeuge Gerhard Steinke erinnert sich in einer Originalton-Aussage daran, dass am 10. Februar 1956 der große Produktionskomplex I Block B auf dem Gelände der Nalepastraße eröffnet wurde.
Noch ein Jahr zuvor, am 16. Februar 1955, war der zentrale Gebäudeteil kurz vor seiner Fertigstellung durch einen Großbrand schwer beschädigt worden. Als Ursachen galten seinerzeit unsachgemäße Baustellenbeleuchtung und Mängel im Brandschutz; die DDR-Presse aber sprach von Brandstiftung durch „Feinde des Friedens“. Der Abschluss der Bauarbeiten im Block B verzögerte sich dadurch um ein weiteres Jahr.
Der Brand von 1955 wurde später mehrfach zum Gegenstand intensiver Auseinandersetzungen. Er wurde Thema des Hörfunk-Features „Das Funkhaus brennt“, realisiert von Andreas Meinetsberger als Regisseur (heute auch als Guide bei Vor-Ort-Führungen tätig), einer filmischen Kurzdokumentation sowie eines Themenkapitels im Buch "Attentat auf Honecker und andere besondere Vorkommnisse" von Jan Eik und Jan Behling. Publikationen zeigen, wie stark dieses Ereignis über den konkreten Schaden hinaus nachwirkte – als Erzählung, Deutung und Projektion. Anmerkungen ...
Siebzig Jahre später, am 8. Februar 2026, wird auf dieser Zeitreise-Website an die Einweihung dieses Produktionskomplexes für Musik und künstlerisches Wort erinnert: an einen Gebäudekomplex, an dem Architektur, Akustik und Rundfunkpraxis eng miteinander verbunden wurden und der – trotz kurzzeitiger Zerstörung – weit mehr ist als ein bloßes bauliches Zeugnis seiner Entstehungszeit. Siehe auch: "Rundgang Pieck 27 Apr 1956" (Privatarchiv: Matthias Thalheim)
Erinnerung an ein sehr frühes Buch aus der Welt des Rundfunks
Das Buch „… bitte schneiden“ von Gerhard Jäckel gehört zu den frühen Selbstzeugnissen der Rundfunkarbeit in Deutschland. Es entstand in der Nachkriegszeit und spiegelt ein Rundfunkverständnis, das noch stark vom persönlichen Erleben, vom handwerklichen Arbeiten und vom unmittelbaren Kontakt zum Hörer geprägt war.
Gerhard Jäckel (1922–1997) arbeitete seit den späten 1940er Jahren beim Rundfunk und war als Autor, Sprecher und Gestalter tätig. Seine Texte kreisen um das Mikrofon, das Hören und die Verantwortung des Rundfunkmitarbeiters gegenüber seinem Publikum. Rundfunk erscheint hier nicht als bloßes Informationsmedium, sondern als akustischer Raum, der Phantasie, Aufmerksamkeit und Mitdenken voraussetzt.
Die im Buch enthaltenen Bildskizzen stammen von Hans-Hermann Schlicker (1928–2000). Schlicker war als Grafiker und Zeichner tätig und schuf zahlreiche Arbeiten im Umfeld von Literatur, Rundfunk und Theater. Seine Zeichnungen begleiten die Texte nicht illustrativ, sondern verdichten Situationen, Arbeitsweisen und Haltungen einer Radiowelt, in der Hören das zentrale Sinnesorgan war. Weiterlesen ...
Berufswahl als Auftrag – Rundfunk und Orientierung in den 1970er Jahren
Der beigefügte Zeitungsausschnitt stammt aus einer Zeit, in der Rundfunk in der DDR nicht nur unterhalten, sondern ganz konkret Orientierung geben sollte.
Berufswahl war kein privates Randthema, sondern Teil staatlicher Bildungsplanung – und zugleich ein Feld, in dem Radio erstaunlich nah am Alltag der Menschen sein konnte. Für Zeitzeuge Wolfhard Besser wurde dieses Thema über viele Jahre hinweg zu einem prägenden Arbeits- und Erfahrungsraum. Weiterlesen ...
30. Januar 2026: Ein bemerkenswerter Gästekreis im Saal 1
Wer den Saal 1 aus früheren Jahrzehnten kennt, mag Ende Januar einen Moment innehalten. Insbesondere für ehemalige DDR-Bürger:innen, ebenso wie für jene, die hier einst arbeiteten, hat es einen geradezu amüsanten Zug, wenn Angehörige der Familie von Mick Jagger an einem Ort als Gäste Platz nehmen, der über Jahrzehnte nahezu ausschließlich den Aufnahmen klassischer Musik vorbehalten war.
Umso bemerkenswerter, wenn der Große Aufnahmesaal eins des Funkhaus Berlin bei Jahresbeginn 2026 eine ganz andere Form von Präsenz erlebt: Mode, Bewegung, Licht – und das mit einem Publikum, das hier sonst nicht sitzt. Weiterlesen ...
Die Momentaufnahmen verstehen sich als ein Raum, in dem aktuelle Eindrücke, mediengeschichtliche Umbruchphasen und persönliche Zeitzeugenschaft einander begegnen. Nicht als nostalgischer Rückblick, sondern als gegenwärtiger Blick auf Entwicklungen, deren Wirkungen bis in die Gegenwart reichen.
Ein Jugendtheaterstück bildet hier den Ausgangspunkt. Geschrieben von einer Zeitzeugin für junge Menschen von heute, wird es im Januar 2026 von einer weiteren Zeitzeugin im Theater an der Parkaue erlebt. So öffnet sich ein Resonanzraum, in dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen: Erinnerungen werden aktiviert, historische Erfahrungen neu wahrgenommen, Fragen gestellt, die sich nicht eindeutig beantworten lassen. Die Rede ist von "On air on fire". Weiterlesen ...
Mitten im winterlichen Funkhaus kündigen sich 2026er Klänge an. Die Momentaufnahmen 2025 wirken dabei noch nach ...
14. Februar: masteryxMONOM I Tickets I Ein Abend des „Quantum Sound"
18. April: DakhaBrakha I Tickets I Faszinierenden Stimmen und Rhythmen
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