Welcome to Funkytown: Hier funkt es bald wieder




Das neue Kreativ-Quartier steht für die Revitalisierung und Transformation genau des Ortes, auf dem sich das Bestandsgebäude - ehemals Block E-R, künftig BLOCK-E - genannt, befindet.

Der Stahlbetonbau ist und bleibt ein Klassiker. Nicht nur aus der Entfernung ist der fünfstöckige BLOCK-E imposant, auch im Inneren warten Schätze der Geschichte: Die Graffitis der letzten Jahrzehnte werden konserviert und die Etagen bieten künftig dank der Transformation durch AIP Planungs GmbH großzügige Grundrisse.

Kombiniert mit neuen Materialien, moderner Technik plus einer Dachterrasse und einem Café, entstehen hier wieder innovative Work-Lofts und Studios für kreative Arbeit. Zusätzlich werden acht moderne, neue Gebäude, die sogenannten STATIONS, für vielseitige Nutzungen entwickelt: Gaming, Kunst, Kultur, Bildung und Co-Working, Unterhaltung, Beherbergung, Gastronomie und Shops werden hier einziehen.

Ein internationales Kreativ-Quartier lebt von einer bunten Mischung aus Menschen, Ideen und Orten. Damit sich diese Vielfalt auch nach außen zeigt, steckt sie auch im Architektur-Konzept: Jede STATION wird nach dem städtebaulichen Konzept von KSP Engel Berlin von einem anderen Berliner Architekturbüro geplant und individuell gestaltet. KSP Engel wird die Koordination sowie den Entwurf des zentralen Gebäudes der acht STATIONS übernehmen.

So nimmt nur wenige Schritte vom denkmalgeschützten Teil des Funkhauses entfernt das neue Kapitel zunehmend weiter mehr Gestalt an: Funkytown Berlin. Das geplante Quartier umfasst rund 50.000 m² und soll bis 2029 zu einem kreativen Campus mit Community-Charakter heranwachsen – als Nachbarschaft, in der Menschen, Räume, Natur und Ideen miteinander verbunden sind. Acht Berliner Architekturbüros (darunter Graft, Grüntuch Ernst, KSP Engel, LXSY, LAVA, Tchoban Voss, Julian Breinersdorfer und Hillig) haben erste Visualisierungen für die neuen Gebäude – die sogenannten „Stations“ A bis H – entworfen. Ergänzt wird der Campus durch das historische Bestandsgebäude Block-E, das derzeit von AIP Leipzig saniert wird. Schon jetzt ist rund die Hälfte der Flächen vermietet: Unter anderem werden The Base ein Co-Working-Angebot betreiben und Nena Hospitality eine komplette Station übernehmen. Zur Pressemeldung vom 19.9.2025 I Funkytown I Beiträge: Berliner Zeitung + Entwicklungsstadt

Fotos: Trockland Funkytown I Campus I ©NAM-Visual UND STATION-B bis H Close-up ©NAM-Visual

Collage "Funk + Town" I © EH

Warum eigentlich „Funkytown“?

Bei „Funkytown“ denken manche vielleicht noch an den gleichnamigen Hit der Band Lipps Inc. aus dem Jahr 1980. An einen Song, in dem es um die Sehnsucht nach einem Ort voller Energie, Kreativität und Begegnungen geht.

Im Gespräch mit Barbara Sellwig, Projektleiterin des Kreativquartiers Funkytown, war jedoch noch eine weitere Bedeutung des Namens zu erfahren. Denn „Funkytown“ lässt sich auch als Wortspiel verstehen: Während „Funk“ an die jahrzehntelange Rundfunkgeschichte des Ortes erinnert, verweist „Town“ auf die einstige kleine Stadt in der großen Stadt Berlin, in der sich 40 Jahre hinweg nahezu alles fand, was einen solchen Ort für tausende Agierende ausmachte. Gleichermaßen scheint sich ein Kreis zu schließen. Denn wenn die Entwicklung des Quartiers dann mit den Blöcken E bis H eines Tages abgeschlossen ist, wird hier erneut eine kleine Stadt von vielfältigsten Begegnungen entstanden sein. In diesem Sinne verweist der Name „Funkytown“ zwar mit auf die Vergangenheit des Standorts, vor allem aber auf seine Zukunft. Darin liegt der Reiz: Die Erinnerung an einen Ort mit großer Geschichte bleibt erhalten, während zugleich Raum für neue Ideen und neue Geschichten entsteht.

Fotoquelle: Trockland Funkytown

Juni 2026: Inzwischen gibt es auf dem Gelände von Funkytown einen eigens dafür eingerichteten Container, in dem ein Modell des geplanten Kreativquartiers ausgestellt ist. Das Modell vermittelt erstmals einen anschaulichen Eindruck davon, wie die neuen Gebäude künftig mit dem historischen Funkhaus-Ensemble zusammenspielen werden. Was bislang vor allem auf Visualisierungen und Plänen zu sehen war, lässt sich hier als räumliches Gesamtbild erleben.

Für Besuchende bietet sich damit die Möglichkeit, die geplante Entwicklung des Areals aus einer neuen Perspektive zu betrachten und die Dimensionen des zukünftigen Quartiers besser einzuordnen.

17. Juli 2025: Entwicklungsstadt – Jede Zeit baut ihre Stadt I Beitrag von Björn Leffler: „Funkytown“ in Oberschöneweide: Acht Architekturbüros, ein Kreativcampus

April 2025 I "Die Betonbauer haben Signaturen hinterlassen. Buchstaben, Ziffern, darunter immer wieder das Baujahr, 1964, eingeritzt in die feuchte Betonmasse. Danach verschwanden die Bodenplatten unter Schichten ... " Lesen Sie bitte weiter ...

Februar 2025: Die Planung beginnt. Erste Ergebnisse werden daher in einigen Monaten zu erwartet sein. Möglicherweise können aber schon in wenigen Wochen die ersten Mieter für die STATIONS bekannt gegeben werden.


In vielen Berichten über das neue Kreativquartier 'Funkytown' wird der entkernte Betonbau 'E' oft als ehemaliges Hauptquartier des DDR-Jugendsenders DT64 bezeichnet. Dabei sollte keinesfalls unerwähnt bleiben, dass dieser einstige DDR-Neubau auch die Redaktionen der Sender Radio DDR I und II sowie des Berliner Rundfunks beherbergte. Erinnert wird daran u. a. auch auf dieser Zeitreise-Website unter der Rubrik "Gelände I Übersicht" (Auszug):

1. Berliner Rundfunk, der sich nach der Wende privatisierte | Anmerkung
2. Radio DDR I - nach dem Mauerfall 1990 umbenannt in Radio Aktuell | abgewickelt am 31.12.1991
3. Radio DDR II (abgewickelt 15.06.1990)
4. Jugendradio DT64 || Die Vorgeschichte von DT 64

Auszüge aus einer Rundfunk- und Fernsehzeitung von 1986

Nach der Abwicklung:
1. Rockradio Brandenburg "Fritz"
2. Radio Brandenburg

Siehe auch weitere Anmerkungen zu Block E-T | Filmdokumentation | DT64 - Rock'n Roll und FDJ

Das Haus E-R wurde Anfang der 60er Jahre gebaut, weil weitere Sende- und Produktionsräume benötigt wurden - damals hauptsächlich von RBI (Radio Berlin International). Letztendlich aber stand dieser Neubaublock dann nur noch den nationalen Sendern zur Verfügung. U. a. im Erdgeschoss mit Studiotechnik Rundfunk und zwei Produktionsräumen. Darüber im ersten Stock agierte die Leitung von Radio DDR und die Hauptabteilung Nachrichten. Im zweiten Stock hatten sich die Redaktionen Radio DDR I + II, im dritten Stock die Redaktion des Berliner Rundfunks und im vierten Stock die  Redaktion von DT 64 sowie die Hauptabteilung Außenpolitik eingerichtet. Die im Block A und D dadurch frei gewordenen Räume nutzen dort fortan RBI und DS (u. a. auch  „Hallo“ - das Jugendprogramm von DS/Stimme der DDR).


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